Eine Frage der Menge

Selbst bei nachgewiesener Laktoseintoleranz haben objektiv durchgeführte Studien unter medizinischer Kontrolle gezeigt, dass Personen mit Laktasemangel (dem Enzym, das Laktose abbaut) eine Laktosemenge bis zu 7 g auf einmal zu sich nehmen können.

7 g Laktose entspricht einem Glas Milch von 150 ml oder einer Portion eines Milchproduktes nach den offiziellen Richtlinien (PNNS1).

Eine Frage der Qualität

Zahlreiche Milchprodukte enthalten praktisch überhaupt keine Laktose, wie zum Beispiel gereifte Käsesorten. Bei anderen Produkten, z. B. Joghurt, erleichtern bestimmte Enzyme die Laktoseverdauung.

Durchschnittlicher Laktosegehalt einiger Milchprodukte (auf 100 g):

Nach Marteau P. und Olivier S., Laktoseintoleranz Cahiers de Nutrition et de Diététique (2017) 52S, S13-S18 [Hefte zur Ernährung und Diätetik]. *Zusätzliche Daten der CIQUAL-Übersicht 2017 [Liste der Nahrungsmittelzusammensetzung der französischen Nahrungsmittelbehörde].

Bei der Käseherstellung kann dank der Fermentation der Milchsäure der größte Teil der Laktose entfernt werden, wenn die Molke abgelassen wird. Der geringe verbliebene Laktosegehalt wird von Milchsäurebakterien während der Reifung umgewandelt. Deswegen weisen Käsesorten nur noch Spuren von Laktose auf. Es ist hilfreich zu wissen, dass Käse umso weniger Laktose enthält, je reifer er ist2.

Bei Joghurt oder anderen fermentierten Milchprodukten (z. B. Quark) verarbeiten die enthaltenen Milchsäurebakterien die Laktose im Darm. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass diese enthaltenen Milchsäurebakterien die Laktoseverdauung bei Menschen mit Schwierigkeiten, sie zu verdauen, verbessern. Aus diesem Grund vertragen Personen mit verringerter Laktasewirkung einen Kuh- oder Ziegenmilchjoghurt sehr gut, obwohl er 2-4 g Laktose auf 100 g enthält.

Eine Frage des Verzehrzeitpunktes

Eine Verteilung der am Tag aufgenommenen Laktosemengen auf verschiedene Mahlzeiten scheint die Verträglichkeit zu verbessern. Daher wäre es für Menschen mit einer stark verringerten Laktasewirkung günstiger, kleine Laktosemengen über den Tag verteilt zu sich zu nehmen.

Insgesamt gesehen ist Laktoseintoleranz zwar sicherlich eine Einschränkung, aber kein Schicksal!

Menschen mit einer Laktoseunverträglichkeit müssen keineswegs auf Genuss verzichten, um nicht unangenehme Verdauungssymptome zu erleiden, und können aus der Vielzahl von Milchprodukten von gereiften Käsesorten über Joghurt bis zu anderen Arten fermentierter Milchprodukte wählen. Verzichten Sie daher nicht und gewinnen Sie den Genuss von Milchprodukten zurück … Also ran an die Töpfe!

 

 

 

[1] Das PNNS wurde 2001 in Frankreich ins Leben gerufen und ist ein Plan für die öffentliche Gesundheit, der darauf abzielt, die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern, indem er auf einen der wichtigsten Faktoren, die Ernährung, einwirkt : http://www.mangerbouger.fr/Les-9-reperes/Les-9-reperes-a-la-loupe/Produits-laitiers.

[2] « Allergie aux protéines de lait et intolérance au lactose », CNIEL, Question Sur, page 11.

Schau dir auch diese an

Entdecke alle unsere Artikel
Ihre Gesundheitsfragen

Cholesterin: müssen wir uns von Milchprodukten verabschieden?

Cholesterin kann einen negativen Einfluss auf die Gesundheit haben, insbesondere auf das Herz. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ist das Mittel der Wahl, um das Problem unter Kontrolle zu behalten. Welche Rolle kommt Milchprodukten dabei zu? Soignon erklärt!

Ihre Gesundheitsfragen

Nicht verwechseln: Allergie gegen Milchprotein und Laktoseunverträglichkeit

Eine Allergie gegen Milchproteine wird häufig mit Laktoseunverträglichkeit verwechselt, denn beide stehen in Verbindung mit dem gleichen Lebensmittel, der Milch. Neben dem auslösenden Lebensmittel können auch die Symptome in der Verdauung ähnlich sein. Allerdings bestehen deutliche Unterschiede im Hinblick auf den Wirkzusammenhang, die Schwere der Beschwerden und damit auch die Behandlung. Hier sind die wichtigsten Informationen und praktische Empfehlungen, um Allergie und Unverträglichkeit auseinander zu halten.

Ihre Gesundheitsfragen

Laktoseintoleranz, die Dosis macht's!

Die meisten Menschen, bei denen eine Laktoseintoleranz diagnostiziert wurde oder die sich für laktoseintolerant halten, haben den Reflex, sämtliche Milchprodukte aus ihrer Ernährung zu verbannen. Die Gefahr? Sie bringen sich um essenzielle Nährstoffe wie Kalzium, die von Milchprodukten geliefert werden. Eine unzureichende Kalziumzufuhr kann sich bei Kindern oder Senioren als schädlich für die Knochenstruktur erweisen. Und das, obwohl Milchprodukte für die meisten laktoseintoleranten Personen in die Ernährung aufgenommen werden können. SOIGNON erklärt, warum!

Entdecke alle unsere Artikel