Sie denken, alles über Ziegenmilch zu wissen, aber wie sieht es wirklich aus? Zwischen nachgewiesenen Ernährungsvorzügen und mehr Schein als Sein sortiert SOIGNON für Sie WAHR- und FALSCHAUSSAGEN!
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Vorurteil Nr.1: Ziegenmilch ist ein Fettreiches Lebensmittel
FALSCH.
Halbfette Ziegenmilch ist genau wie Kuhmilch ein fettarmes Lebensmittel.
Zum Beispiel: Ein Glas halbfette Ziegenmilch mit 150 ml enthält ca. 2,5 g Fett. Das ist relativ wenig im Vergleich zum durchschnittlichen Tagesbedarf von 70 g pro Tag (1) für einen gesunden Erwachsenen.
Vorurteil Nr.2: Ziegenkäse ist ein proteinreiches Lebensmittel
RIGHTIG
Ziegenmilch ist reich an hochwertigen Eiweißen, unabhängig von ihrem Fettgehalt.
Von der Eiweißmenge abgesehen enthält Ziegenmilch Proteine, die sämtliche essenziellen Aminosäuren liefern können. Das sind Einheiten zum Aufbau von Proteinen, die unser Körper nicht selbst herstellen kann und die durch unsere Nahrung zugeführt werden müssen. Mit der Nahrung bereitgestellte Aminosäuren dienen dazu, die Eiweiße in unserem Körper zu erneuern, aus denen unsere Muskeln, Knochen und Organe bestehen.
Darüber hinaus sind Milchproteine im Allgemeinen sehr gut verdaulich. Unser Organismus kann sie fast vollständig verwerten. Wir verstoffwechseln 95 % der aufgenommenen Milcheiweiße!
Vorurteil Nr.3: Ziegenmilch ist Vitamin- und Mineralstoffreich
RICHTIG und FALSCH
Alles hängt von dem jeweiligen Milchprodukt und dem betrachteten Nährstoff ab!
Insgesamt gesehen weist Ziegenmilch unabhängig von der Fettstufe einen höheren Gehalt an Magnesium, Kalium, Natrium und Vitamin B3 als Kuhmilch auf.
Darüber hinaus ist Ziegenmilch eine Quelle für Kalzium und Phosphor, das für eine normale Knochenstruktur wichtig ist. Ein Glas Ziegenmilch mit 150 ml deckt somit 20 % der täglich empfohlenen Kalziumaufnahme und fast ein Viertel der Phosphoraufnahme.
Bei der Käseherstellung entwickeln sich insbesondere bei der Reifung andere Vitamine. Die Ziegen-Rolle ist daher reich an den Vitaminen B2 und B9.
Gut zu wissen
Der Körper eines Erwachsenen enthält ca. 1,2-1,4 kg Kalzium, von dem 99 % in Knochen und Zähnen zu finden ist. Milch und Milchprodukte bilden eine optimale Kalziumquelle, und zwar, was die bereitgestellte Menge als auch die Verfügbarkeit für den Körper betrifft.
Milch enthält auch Phosphor, das zusammen mit Kalzium und Magnesium den Mineralanteil des Knochenskeletts bildet.
Die gleichzeitige Zufuhr von Kalzium und Phosphor über Milch und Milchprodukte hat daher einen Zusatznutzen und wirkt sich günstig auf die Gesundheit der Knochen aus.
Vitamine der B-Gruppe, wie die Vitamine B2, B3 und B9 tragen insbesondere dazu bei, Erschöpfungszustände zu verringern.
Vorurteil Nr. 4: Ziegenmilch enthält wenig Laktose
RICHIG
Ziegenmilch enthält unabhängig von ihrer Fettstufe durchschnittlich 4,22 Laktose auf 100 ml. Das ist etwas weniger als Kuhmilch mit 4,7 g2 Laktose auf 100 ml.
Bei diesem Laktosegehalt kann ein Glas Ziegenmilch mit 150 ml3 (Laktoseaufnahme von 6,0 g) von Menschen zu sich genommen werden, denen eine Laktoseintoleranz diagnostiziert wurde. Eine Studie an Personen mit Laktasemangel (dem Enzym zum Abbau von Laktose) hat gezeigt, dass sie bis zu 7 g Laktose bei einer Mahlzeit zu sich nehmen können, ohne mehr Verdauungssymptome zu entwickeln, als wenn sie spezielle „laktosefreie“ Milch zu sich genommen hätten4.
Vorurteil Nr. 5: Ziegenmilch ist nicht so allergen wie Kuhmilch
RICHTIG und FALSCH
Auf der einen Seite enthält auch Ziegenmilch Proteine, die Allergien auslösen können. Die wichtigsten Proteine, die Allergien gegen Kuhmilcheiweiß auslösen, sind denen der Ziegenmilch sehr ähnlich. So sind über 90% der Kinder mit Kuhmilchallergie auch gegen Ziegenmilchproteine allergisch5. Man spricht in diesem Fall von einer Kreuzallergie.
Dagegen betrifft eine Ziegenmilchallergie weniger Menschen als eine Kuhmilchallergie. Einige der allergieauslösenden Proteine sind in unterschiedlichen Anteilen bei Kuh- und Ziegenmilch enthalten. Eine wissenschaftliche Studie hat gezeigt, dass mehr Ziegenmilch erforderlich ist, um eine Reaktion bei Kuhmilchallergikern auszulösen5.
Zu beachten: Eine Kuhmilchallergie ist die häufigste Ursache für Nahrungsmittelallergien bei Säuglingen, obwohl sie nur 2-3 % der Kleinkinder unter drei Jahren betrifft 6.
Kurz gesagt können Ziegenmilchproteine Allergien auslösen, sie sind allerdings seltener als Kuhmilchallergien.
Keinesfalls sollten Kuhmilchallergiker ohne ärztliche Empfehlung auf Ziegenmilch umsteigen!
Vorurteil Nr.6: Ziegenmilch ist bekömmlicher als Kuhmilch
RICHTIG und FALSCH
Viele Verbraucher, aber auch medizinisches Fachpersonal stellen Ziegenmilch als bekömmlicher dar. Diverse wissenschaftliche Erklärungsansätze unterstützen die Vorstellung, dass Ziegenmilch bekömmlicher als Kuhmilch sein soll:
weniger Laktose
die typischen Milchproteine in unterschiedlichem Anteil bei Kuh- und Ziegenmilch
die Fetttröpfchen in der Ziegenmilch sind kleiner als in der Kuhmilch
die Fettsäuren sind kurz- und mittelkettig, die der Kuhmilch langkettig
Allerdings wurde bis heute keine medizinische Studie durchgeführt, die belegen könnte, dass Ziegenmilch bekömmlicher als Kuhmilch ist, obwohl es häufig so aussieht. Zu diesem Punkt gibt es noch erheblichen wissenschaftlichen Klärungsbedarf …
Die Ziegenmilch hat uns noch nicht alle Geheimnisse und potentiellen Vorzüge verraten.
[1] Apports de Référence en matières grasses au sens du Règlement UE n°1169/2011 – INCO.
[2] Table CIQUAL, 2017.
[3] Portion recommandée dans le cadre du Programme National Nutrition Santé (PNNS). Lancé en France en 2001, le PNNS est un plan de Santé Publique visant à améliorer l’état de santé de la population en agissant sur l’un de ses déterminants majeurs, la nutrition : http://www.mangerbouger.fr/Les-recommandations/Aller-vers/Les-produits-laitiers
[4] Vesa TH, Seppo LM, Marteau PR, Sahi T, Korpela R. Role of irritable bowel syndrome in subjective lactose intolerance. Am J Clin Nutr 1998;67:710-5.
[5] Bellioni-Businco B., Paganelli R., Lucenti P., Giampietro P.G., Perborn H., Businco L., 1999. Allergenicity of goat’s milk in children with cow’s milk allergy. J Allergy Clin Immunol., 103(6):1191-1194.
[6] Osborne N.J., Koplin J.J., Martin P.E., Gurrin L.C., Lowe A.J., Matheson M.C., Ponsonby A.L., Wake M., Tang M.L., Dharmage S.C., Allen K.J., 2011. Prevalence of challenge-proven IgE-mediated food allergy using population-based sampling and predetermined challenge criteria in infants. J.Allergy Clin.Immunol., 127(3):668-676. Schoemaker A.A., Sprikkelman A.B., Grimshaw K.E., Roberts G., Grabenhenrich L., Rosenfeld L., Siegert S., Dubakiene R., Rudzeviciene O., Reche M., Fiandor A., Papadopoulos N.G., Malamitsi-Puchner A., Fiocchi A., Dahdah L., Sigurdardottir S.T., Clausen M., Stanczyk-Przyluska A., Zeman K., Mills E.N., McBride D., Keil T., Beyer K., 2015. Incidence and natural history of challenge-proven cow’s milk allergy in European children–EuroPrevall birth cohort. Allergy, 70(8):963-972.
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